Unsere Neuigkeiten

Zum Selbstmord des Fußballers Robert Enke

15.11.2009
Der Fußballer Robert Enke litt jahrelang an Depressionen und sah zuletzt keinen Sinn mehr in einer Fortsetzung seines Lebens. Er beendete sein Leben auf eine drastische Art und Weise.
Anscheinend verhielt er sich zuletzt ablehnend gegenüber einer antidepressiven Behandlung.
Mit den heutigen modernen Präparaten ist eine Depression in fast jedem Stadium gut behandelbar. Unerwünschte Wirkungen können meistens vermieden werden. Eine derartige Behandlung muss aktiv nachgefragt werden.
Es ist bedauerlich, dass Robert Enke diese große Chance nicht genutzt hat. Hoffentlich lernen viele aus diesem Beispiel, dass eine Hilfe möglich und auch aussichtsreich ist.

Hilfe bei vorzeitigem Samenerguss (Ejaculatio praecox)

16.07.2009
Vorzeitiger Samenerguss ist häufig (25%) und beeinträchtigt die Lebensqualität der betroffenen Männer und ihrer Partnerinnen nachhaltig. Depressionen und psychischer Stress sind häufig. Selbstwertgefühl und Selbstachtung sinken, ebenso wie die Orgasmusfähigkeit der Frau.
Für Männer mit Ejaculatio praecox steht seit Anfang Juni 2009 ein offiziell zugelassenes Medikament für die Bedarfstherapie zur Verfügung. Der kurz wirksame selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) Dapoxetin, Handelsname Priligy, verbessert alle drei Kernvariablen des vorzeitigen Samenergusses: die Zeit bis zur Ejakulation, die subjektive Kontrolle der Ejakulation und den Leidensdruck des Mannes und seiner Partnerin.

Psychische Probleme oft unentdeckt

08.06.2009
21 Prozent der deutschen Bevölkerung hat in den vergangenen 12 Monaten wegen psychischer Probleme einen Arzt oder Psychotherapeuten aufgesucht. Das zeigt der aktuelle Gesundheitsmonitor der Bertelsmann-Stiftung. Wie die Stiftung mitteilte, löste meist eine Kombination aus beruflichen und privaten Problemen die psychischen Probleme aus.

Honorarsituation der Kassenärzte in Baden-Württemberg

23.02.2009
Die sogenannte Gesundheitsreform enthält zwei Regelungen, die in Baden-Württemberg zu einem dramatischen Verfall der Versorgungsqualität führen. Die eine ist der Gesundheitsfonds. Durch ihn verlieren wir 2009 allein 100 Millionen Euro. Und jedes Jahr mehr, so steht es im Gesetz.
Die zweite heißt Honorarreform und sollte den Ärzten für gute Leistung 10 Prozent mehr Geld bringen. Schön wär's. Nachdem die tatsächlichen Zahlen auf dem Tisch liegen, sind es in Baden-Württemberg satte 135 Millionen Euro weniger gegenüber 2008. Gesundheitsfonds und Honorarreform führen dazu, dass manche Ärzte im Land nur unglaubliche 12 Euro für einen Patienten erhalten. Nicht pro Behandlung, sondern pro Quartal. Egal, wie oft der Patient in die Praxis kommt und wie krank er ist. So kann man keinen Patienten angemessen behandeln. So läßt sich keine Praxis wirtschaftlich führen. In der Konsequenz stehen viele Ärzte vor existenzbedrohenden Verlusten.
Niemandem ist mit solch einer Reform gedient.Am allerwenigsten den Versicherten, von denen viele zudem noch einen deutlich höheren Krankenkassenbeitrag bezahlen müssen. Das versteht kein Mensch mehr.
Kämpfen Sie mit uns, diesen Unsinn zu stoppen.

Kollektive Praxisschließung des Ulmer Praxisnetzes

13.02.2009
Die Praxis beteiligt sich am Freitag, den 13.02.09, an der kollektiven Praxisschließung des Ulmer Praxisnetzes.

Zum Tod des Unternehmers Adolf Merckle aus psychiatrischer Sicht

10.01.2009
Leserbrief für die Südwestpresse

Zum Tod des Unternehmers Adolf Merckle aus psychiatrischer Sicht


Es erscheint vordergründig schlüssig, dass sich ein Mensch selbst tötet, wenn sein Lebenswerk teilweise zerstört wird und er keinen Ausweg mehr findet. Aber ist das wirklich so? Ist ein Mensch sein Lebenswerk oder gibt es nicht das, was ein Mensch geschaffen hat, und den Menschen selbst, seine Persönlichkeit? Im Fall des Adolf Merckle ist das, was er geschaffen hat, bewundernswert und eindrucksvoll. Die dazu gehörende Persönlichkeit war für die, die ihn nicht aus eigenem Erleben gekannt haben, schwer einzuschätzen.
Man kann davon ausgehen, dass sich Adolf Merckle in der letzten Zeit in einer Lebenskrise befunden hat. Es war nicht nur eine finanzielle Krise sondern eine Krise der Persönlichkeit, die ihn durch und durch geschüttelt hat.
Alle Menschen durchleben Krisen. Diese Krisen werden verursacht durch Schwierigkeiten mit anderen Menschen, insbesondere mit denen, die besonders wichtig sind, oder durch Änderungen der Lebensumstände, d. h. vor allem der finanziellen Situation. Natürlich sind die finanziellen Dimensionen des Adolf Merckle weit weit entfernt von den Dimensionen der meisten Menschen, dennoch sind die Auswirkungen auf die Persönlichkeit, auf die psychische Situation, unabhängig von einem bestimmten Wert.
Eine Schwierigkeit bei der Lösung einer Lebenskrise ist die Einengung des Denkvermögens durch diese Krise. Die Gedanken treten nicht mehr losgelöst von schweren Gefühlen mit Inhalten wie Schuld, Versagen, etc. auf und neigen dazu, um sich selbst zu kreisen. Es entsteht ein depressiver Zustand. Deswegen ist es außerordentlich wichtig, in der Zeit einer Lebenskrise Personen oder Instanzen zu haben, die das Denken vor einem zu engen Kurzschluss bewahren. Diese können Partner, Freunde, Vertraute, Priester oder auch professionelle Kräfte wie Ärzte, Psychotherapeuten, etc. sein. Besonders nachteilig ist es, wenn die Vertrauenspersonen die eigenen schweren Gedanken und Gefühle noch verstärken. So ist es kaum mehr zu ertragen, wenn z. B. der Krisengeschüttelte selbst von der eigenen Schuld überzeugt ist und diese auch noch von seinem Umfeld bestätigt bekommt. Dann gibt es kaum einen Ausweg mehr, wenn nicht sonst jemand „ein Fenster“ aufmacht.
Im Fall des Adolf Merckle sind uns diese Umstände überwiegend nicht bekannt. Aber es ist zu befürchten, dass er als Vertreter seiner Generation keine „guten Instanzen“ gefunden hat, die ihn in dieser Lebenskrise begleiteten. Ein Kennzeichen der Älteren ist es leider, alle Dinge viel zu oft mit sich selbst abzumachen und Hilfe nicht zu akzeptieren. Dabei ist es immer möglich, eine Lebenskrise ohne Tod zu durchstehen. Mit der Zeit weitet und normalisiert sich das Denken wieder, neue Lösungsansätze werden erkennbar, der Umfang der Krise relativiert sich.
Somit kann uns der vorzeitige Tod des Adolf Merckle v. a. eines lehren, dass es darauf ankommt, nicht nur finanzielle Krisen sondern auch Lebenskrisen gut zu managen.