Agomelatin - ein neuartiges Behandlungskonzept bei Depressionen

21.04.2006
Auf dem diesjährigen ECNP-Kongress in Amsterdam stellten internationale Experten eine gänzlich neue Strategie vor: Agomelatin, das erste melatonerge Antidepressivum. Mit Agomelatin steht erstmals ein Antidepressivum zur Verfügung, das zum einen als Agonist an den MT1- und MT2-Rezeptoren wirkt und somit zu einer Resynchronisation gestörter physiologischer Rhythmen führt. Zum anderen ist Agomelatin auch ein Antagonist an 5HT2C-Rezeptoren. Durch ihre Blockade wird die Stressresistenz verbessert. Die kombinierte Wirkung führt zu einer potenten antidepressiven Wirkung.
In Amsterdam wurde eine klinische Studie vorgestellt, in der Agomelatin mit Paroxetin und Plazebo verglichen wurde. Eine signifikante Wirksamkeit von Agomelatin zeigte sich bereits in der zweiten Behandlungswoche. Die Effektivität war mit der von Paroxetin vergleichbar. Allerdings erreichte die antidepressive Wirkung von Paroxetin erst nach vier Wochen statistische Signifikanz, während sie bei Agomelatin bereits nach zwei Wochen gegeben war. Die Responder-Rate war unter Agomelatin signifikant höher als unter Plazebo.