Alkoholkonsum korreliert mit Hirnleistung im Alter

08.05.2005
Zwischen dem Alkoholkonsum im mittleren Alter und der geistigen Leistungsfähigkeit im Alter besteht ein U-förmiger Zusammenhang. Die Mechanismen für die schützende Wirkung geringen Alkoholkonsums sind unklar. Das Demenzrisiko wird durch Alkoholgebrauch nur erhöht, wenn mit dem Apo-e4-Allel ein genetischer Risikofaktor hinzukommt.
Alle Teilnehmer dieser ostfinnischen Studie hatten bei Beginn keine Anzeichen für geistige Defizite, sie waren anfangs durchschnittlich 48 Jahre alt. Die Nachuntersuchung erfolgte etwa 23 Jahre später. 30% waren alkoholabstinent, 40% tranken sehr wenig Alkohol (weniger als einmal pro Monat) und 30% häufiger: die meisten von ihnen ein- oder zweimal im Monat, ein Viertel einmal wöchentlich.
Es zeigte sich, dass sowohl Abstinenz als auch häufiger Alkoholkonsum das Risiko für milde geistige Beeinträchtigungen (Gedächtnisstörungen) im Alter mehr als verdoppelten, und zwar unabhängig von anderen Risikofaktoren.
Das Risiko für eine Demenz wurde in der Gesamtgruppe und bei Personen ohne Apo-e4-Allel nicht vom Alkoholkonsum beeinflusst. Bei den Personen mit positivem Apo-e4-Allel gab es dagegen eine direkte Korrelation. Abstinente Träger des Gens hatten ein um 40% verringertes Demenz-Risiko, Personen mit geringem Alkoholkonsum ein 2,3-fach und Personen mit hohem Alkoholkonsum ein 3,6-fach höheres Demenzrisiko als Abstinenzler ohne Apo-e4-Allel.