Cannabis auf Rezept

10.04.2018
In Kanada werden Cannabis-Blüten oder Extrakte seit 2001 in der Medizin eingesetzt. In der kanadischen Cannabinoid Medical Clinic (CMC) in Toronto wurden in den letzten Jahren ca. 25.000 Patienten mit Cannabis behandelt, vorwiegend solche mit chronischen Rückenschmerzen, neuropathischen Schmerzen bei Diabetes mellitus oder HIV-Infektionen oder mit schmerzhaften Spastiken bei Multipler Sklerose.
Die Erfahrungen seien überwiegend positiv gewesen, bei den meisten Patienten sei es zu nachhaltigen Verbesserungen gekommen. In der Kombinationstherapie mit Opioiden hat sich gezeigt, dass sich der Opioidverbrauch mit Cannabis in vielen Fällen deutlich (teilweise um bis zu 50%) senken lässt. Auch andere Begleitmedikamente, etwa Benzodiazepine oder Antidepressiva, konnten reduziert werden.
Der Nervenarzt, Band 89, Heft 4, April 2018: Lunch-Symposium "Cannabinoide in der Schmerztherapie - klinische Erfahrungen und Perspektiven aus Kanada" anlässlich des Dt. Schmerzkongresses 2017, Mannheim