Alkohol doch schädlicher als gedacht

29.09.2017
Epidemiologischen Studien zufolge geht ein geringer bis moderater Alkoholkonsum gegenüber einer Abstinenz mit diversen Gesundheitsvorteilen wie z.B. einer verringerten Inzidenz von Herzinfarkten, Schlaganfällen und Demenz einher. Nun spricht eine viel beachtete britische Langzeitstudie über 30 Jahre schon bei "normalen" Trinkmengen für relevante Hirnveränderungen und kognitive Beeinträchtigungen.
Die Studienteilnehmer waren bei Studieneinschluss durchschnittlich 43 Jahre alt und nicht alkoholabhängig. Über 30 Jahre (1985-2015) waren bei Ihnen wöchentlich der Alkoholkonsum erfasst und regelmäßig die kognitiven Leistungen geprüft worden. Zwischen 2012 und 2015 wurden per MRT das Hippokampus-Volumen, die Dichte der grauen Substanz und die Mikrostruktur der weißen Substanz erfasst.
Ein stärkerer Alkoholkonsum ging über die 30 überblickten Jahre mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für eine rechtsseitige Hippokampus-Atrophie einher, und zwar dosisabhängig: Gegenüber der Gruppe der Abstinenten war das Risiko bei einem hohen Konsum (> 30 Einheiten/Woche, 1 Einheit = 8 g reiner Alkohol) um fast das Sechsfache erhöht. Doch auch bei einem mittleren Konsum (14-21 Einheiten/Woche) war das Risiko um mehr als das Dreifache und signifikant erhöht.
Topiwala A et al.: Moderate alcohol consumption as risk factor for adverse brain outcomes and cognitive decline: longitudinal cohort study. BMJ 2017; 357: j2353 (Epub 6. Juni; doi: 10.1136/bmj.j2353)