Lang wirkende Opiode: Sterblichkeit durch unerwünschte Wirkungen erhöht

13.05.2016
Die Verordnung lang wirkender Opiode für nicht durch Krebs bedingte chronische Schmerzen geht im Vergleich zur Verordnung von analgetisch wirkenden Antiepileptika und zyklischen Antidepressiva mit einer signifikant erhöhten Sterblichkeit einher.
In einer retrospektiven Kohortenstudie mit Versicherungsdaten aus Tennesee wurden die Ergebnisse von Patienten analysiert, die zwischen 1999 und 2012 eine Therapie mit lang wirkenden Opioiden, Antiepileptika oder zyklischen Antidepressiva begonnen hatten. Patienten mit Krebserkrankungen waren ausgeschlossen. Insgesamt gab es im Untersuchungszeitraum 23.308 neue Verschreibungen für lang wirkende Opioide und 131.883 neue Verschreibungen für die Vergleichsmedikamente. Die Patienten waren im Mittel 48 Jahre alt, 60% waren Frauen. Die meisten litten unter chronischen Rückenschmerzen (75%), anderen muskuloskeletalen Schmerzen (63%) und abdominalen Schmerzen (18%).
Bei Patienten in der Opioid-Gruppe waren 185 Todesfälle aufgetreten, unter der Vergleichsmedikation 87 Todesfälle. Diese Studienergebnisse unterstützen die vor Kurzem publizierten Leitlinien des Centers for Disease Control and Prevention, dass für chronische nicht Krebs-bedingte Schmerzen bevorzugt nichtopiodhaltige Analgetika eingesetzt werden sollten.
Ray WA, et al. Prescription of long-acting opioids and mortality in patients with chronic noncancer pain. JAMA 2016; 315; 2415-23