Medikamentenmißbrauch bei Läufern und die Folgen

07.04.2015
Beim Boston-Marathon 2005 hatten über 50% der Zieleinläufer Schmerzmittel eingenommen. Beim Bonn-Marathon 2010 fanden sich 56%, die das Ziel erreicht hatten, mit einer Einnahme eines Schmerzmittels (NSAR). Die häufigsten Medikamente waren Diclofenac (44%), Ibuprofen (36%), Aspirin (6%).
Insgesamt waren bei Läufern folgende Beschwerden nach Schmerzmittel-Einnahme häufiger: Herz-Kreislauf-Probleme 5-mal häufiger, Magen-Darm-Beschwerden 7-mal häufiger. Blutiger Urin trat nur unter Schmerzmitteleinnahme auf.
Bei den insgesamt ausgewerteten 9 Krankenhausaufnahmen fanden sich 3 vorübergehende Nierenversagen (Ibuprofen), 4-mal intensivmedizinisch behandlungsbedürftige Magen-Darm-Blutungen (Aspirin), 2 Mal Herzinfarkt (Aspirin).
Bei der Einnahme von Schmerzmitteln geht die körperliche und psychische Warnfunktion des Schmerzes verloren. Damit droht die Chronifizierung von Fehlbelastungen und Überlastungen und es entstehen chronische, strukturelle Schäden.

Seidel EJ, Weimar, Manuelle Medizin 3, 2015