Neue Behandlungsmöglichkeit von Koordinationsstörungen durch Kleinhirnschädigungen

06.08.2011
Koordinationsstörungen durch Kleinhirnschädigungen (Kleinhirn-Ataxien) waren bisher nur mit Krankengymnastik und Logopädie behandelbar, wobei es bestenfalls zu einem Stillstand der Erkrankung kommen konnte. Nun steht mit dem Wirkstoff Riluzol (Handelsname Rilutek) erstmals ein Medikament zur Verfügung, das in ersten Studien erstaunliche Besserungen bewirkte.
Riluzol diente bisher zur Behandlung der Amyotrophen Lateralsklerose. In Pilotstudien führte es in einer Dosis von 2x 50 mg pro Tag innerhalb von 8 Wochen zu einer signifikanten Verbesserung der Körperhaltung, der Bewegungskoordination und des Sprechvermögens. Lediglich Augenbewegungsstörungen ließen sich im Vergleich zu Placebo nicht wesentlich bessern.
Die unerwünschten Wirkungen wurden als sehr mild beschrieben.